Leben im Märkerwald

In dieser Rubrik stellen wir von Zeit zu Zeit Lebewesen vor, die im Märkerwald heimisch sind und die dortigen Lebensbedingungen zu nutzen und zu schätzen wissen.

Der Feuersalamander (Salamandra salamandra)

Braucht frisches Quellwasser zum Überleben

Im Wald vor Hassenroth entspringen zwei Bäche: Der Bach von der Auwiese und der Hassenrother Bach. Ungestört fließen sie talwärts durch den Märkerwald und führen sauberes Quellwasser nach Ober-Klingen. Vor der Schmelzmühle vereinigen sie sich, speisen einige Tümpel und Teiche und fließen schließlich als „Hasselbach“ durch die Dorfmitte.

 

Ideale Bedingungen für den Feuersalamander, den man aufgrund seiner auffälligen Färbung nur schwer übersehen kann, aber dennoch eher selten zu Gesicht bekommt.

 

Der bevorzugte Lebensraum des ausgewachsenen Salamanders sind naturnahe Laub- und Mischwälder mit einer guten Bodenfeuchte; Wälder, in denen es Baumwurzeln, Steinhaufen, Höhlen, Stollen, Kleinsäugerbauten oder Totholz als Versteckmöglichkeiten gibt. Als nachtaktives Tier hält der Feuersalamander sich nämlich tagsüber versteckt. Regnet es, hat man die Chance, ihn auch bei Tageslicht zu beobachten, denn dann ist er auf der Suche nach Regenwürmern oder Schnecken.

 

Wie alle Amphibien lebt der Feuersalamander an Land, benötigt aber sauberes Wasser zur Aufzucht seines Nachwuchses. Von Februar bis Mai setzen die trächtigen Weibchen ihre bereits voll entwickelten, jedoch noch mit Kiemen ausgestatteten Larven in kühlen Quellbächen, Quelltümpeln oder Brunnen ab, wo sie nur in unverschmutztem Wasser überleben können.

 

Vor allem der Verlust von naturnahen Quellbereichen und -bächen, die Aufforstung der Wälder mit Nadelbäumen, Entwässerung durch Bodenversiegelungen, fehlende Strukturen in forstwirtschaftlich genutzten Wäldern und der Straßenverkehr sind Gefahren für den Fortbestand des Feuersalamanders (www.amphibienschutz.de).

 

Mit dem Ober-Klinger Krötenzaun und der jährlichen Amphibienrettung wurde dem Tod auf der Straße bereits in den 80er Jahren erfolgreich entgegen gewirkt. Das anfangs noch kleine Salamander-Volk konnte über die Jahre wachsen.

 

Mit Sorge sehen wir nun dem Bauprojekt „Windpark im Märkerwald“ entgegen, denn dieser soll zwischen den beiden Quellgebieten bei Hassenroth auf der einen Seite und Ober-Klingen auf der anderen Seite errichtet werden. Da Windräder riesige Beton-Fundamente brauchen, geht der Bau mit großflächigen Bodenversiegelungen einher – sehr nah am Quellgebiet. Großflächige Bodenversiegelungen beeinflussen nicht nur die Menge des Grundwassers, sondern auch die Qualität des Wassers.

 

Wie bei anderen WKA-Baustellen im Wald zu sehen ist, handelt es sich außerdem um ein industrielles Vorhaben, bei dem es nicht nur zu großflächiger Zerstörung von Lebensraum, sondern auch immer wieder zur Verschmutzung von Waldboden, Grundwasser und Oberflächengewässern kommt. Aktuell wird ein Unfall mit großen Mengen auslaufenden Maschinenöls im Naturschutzgebiet an der Baustelle „Windpark Greiner Eck“ dokumentiert. Mehr...

 

Die größte Gefährdung für die Ober-Klinger Feuersalamander liegt daher sicher im geplanten Windpark Märkerwald. Bei der jährlichen Amphibienrettung gelten sie als „Glücksfund“. Bis zu 43 Salamander wurden in den vergangenen 10 Jahren pro Saison bei dieser Aktion verzeichnet.

 

Der hübsche Lurch ist gemäß dem Bundesnaturschutzgesetz und der Bundesartenschutzverordnung übrigens „besonders geschützt“, das bedeutet: Er darf nicht gefangen, verletzt oder getötet werden.

 

Quelle: NABU/Foto: Kathy Büscher, NABU Rinteln


Der Uhu (Bubo bubo)

Die größte Eule der Welt

Auf Englisch heißt der Uhu „Eagle Owl“ – Adlereule. Tatsächlich erreicht er mit einer maximalen Flügelspannweite von 180 cm und einem Gewicht bis zu 3200 g beinahe die Maße des Steinadlers, der als Taggreifvogel eine ähnliche ökologische Nische besetzt wie der Uhu als nächtlicher Jäger.

 

Die Evolution hat den Uhu für die nächtliche Jagd mit Supersinnen ausgestattet: Mit Augen hundertmal lichtempfindlicher als die der meisten Vögel. Mit Ohren wie Parabolspiegel für den leisesten Laut. Mit schallgedämpften Federn für den geräuschlosen Flug. Mit dolchartigen Krallen für den raschen Tod der Beute.

 

Noch vor wenigen Jahrzehnten war er in weiten Teilen Europas ausgestorben. Es war der traurige Endpunkt eines gnadenlosen Feldzuges, den die Menschen nach der Erfindung moderner Waffen im 18. Jahrhundert gegen alle großen Beutegreifer als ihre Kochtopfkonkurrenten begonnen hatten, gegen Wolf und Bär, Luchs und Wildkatze und eben auch gegen den Uhu. Die Obrigkeit setzte auf den Uhu Kopfgeld aus, wie viele Erlasse zur "Raubzeugbekämpfung" belegen.

 

In den 1960er Jahren lebten bundesweit gerade noch 40 Uhupaare in Bayern, Thüringen und Sachsen. Im übrigen Europa stand es kaum besser um den Uhu, dessen letzte Vertreter sich nur in schwer zugängliche Gebirgsgegenden hatten retten können. In Deutschland war trotz Jagdverbots an eine Rückkehr des Uhus nicht zu denken. Die Population war viel zu klein, um die großen Verbreitungslücken jemals wieder schließen zu können.

 

Die „Aktion zur Wiedereinbürgerung des Uhu“ wurde ins Leben gerufen: Die Zoologischen Gärten stellten Jahr für Jahr ihren Uhunachwuchs zur Verfügung. Die jungen Uhus wurden auf ein Leben in der Natur vorbereitet und in geeigneten Lebensräumen freigelassen - allein zwischen 1974 und 1994 fast dreitausend Vögel.

 

Parallel zur Auswilderung wurden Mittelspannungsmasten entschärft, die Verfüllung

von Steinbrüchen gestoppt, der Klettersport eingeschränkt, Brutplätze bewacht, Sponsoren und Spenden beschafft. Es war ein Gemeinschaftswerk von mehr als vierhundert Personen aus unterschiedlichen Naturschutzorganisationen. Dank dieses Einsatzes konnte sich der Bestand wieder erholen.

 

Rund 800 bis 1000 Brutpaare gibt es in Hessen. Mindestens eines davon lebt und brütet im Märkerwald. Seine größte Gefährdung liegt an diesem Ort weder im Straßen- noch im Schienenverkehr, sondern in den geplanten Windkraftanlagen. Etliche Funde toter Uhus in Windparks erzählen davon.

 

Quelle: NABU/Foto: Dorothea Bellmer


Der Waldkauz (Strix aluco)

Vogel des Jahres 2017

Das schaurig-schöne „Huu-hu-huhuhuhuu“ des Waldkauz ist für die Bewohner des Ober-Klinger Beunefelds ein vertrautes Geräusch. Vor allem im Herbst und Spätwinter schallt der lang gezogene Balzruf in der Dunkelheit vom Märkerwald herüber.

 

Der bildhübsche Eulenvogel mit den großen Knopfaugen und dem hellen Gesichtsschleier wurde „stellvertretend für alle Eulenarten“ zum Vogel des Jahres 2017 ernannt, und das kann nichts Gutes bedeuten.

 

Der für die Arterhaltung entscheidende Bruterfolg hängt nämlich vor allem von der Qualität des Lebensraums ab. Die Rodung alter Höhlenbäume (siehe Märkerwald-Bewohner des Monats Dezember), eintönige Wälder und ausgeräumte Agrarlandschaften ohne Nahrung sind damit die größten Gefahren für einen gesunden Waldkauzbestand.

 

In lichten Laub- und Mischwäldern fühlt der Vogel des Jahres 2017 sich besonders wohl. Tagsüber versteckt er sich in Höhlen oder in dichten Baumkronen. Um erfolgreich zu jagen, braucht er Waldlichtungen und an den Wald angrenzende Felder. Waldkäuze sind lautlose Jäger der Nacht. Sie sehen und hören besonders gut, und finden so präzise ihre Beute. 

 

Die Bezeichnung „Kauz“ ist übrigens eine Besonderheit im deutschen Sprachraum, denn in anderen europäischen Ländern gibt es kein eigenes Wort für Eulen mit rundem Kopf und ohne Federohren – sie werden wie andere Eulenarten allgemein als „Eulen“ bezeichnet.

 

 

Zehn Arten aus der Familie der Eulen brüten regelmäßig in Deutschland. Manche sind sehr verbreitet, einige sehr selten. Während der Waldkauz in unserer Region eher häufig vorkommt, war der ebenfalls in Otzberg heimische Uhu, dessen Rufe im Märkerwald nun wieder zu hören sind, bereits fast ausgestorben.

 

Quelle: NABU/Foto: Marcus Bosch


Die Rotbuche (Fagus silvatica)

Die Mutter des Waldes

Betrachtet man eine große Buche an einem sonnigen Tag, dann fällt auf, dass durch das dichte Blätterdach der Buche fast kein Licht auf den Boden fällt. Der tiefe Schatten, den sie sich selber spendet, ist lebenswichtig, denn sie muss ihre Wurzeln und ihren glatten Stamm, der keine dicke Borke hat, vor der Sonne und vor Temperaturschwankungen schützen.

 

Die schöne und urdeutsche Rotbuche heißt auch „Mutter des Waldes“, denn ihre Laubstreu ist für die Bodenorganismen sehr bekömmlich, und so zaubern die Winzlinge zu ihren Füßen einen guten Humus. Selbst ursprünglich karger Boden wird im Laufe der Zeit sehr fruchtbar und hält die Feuchtigkeit gut. So ermöglicht er auch anderen Baumarten ein gutes Wachstum.

 

Mensch und Tier versorgt der schöne Laubbaum mit leckeren Bucheckern und den ganz jungen, noch säuerlich schmeckenden Blättern im Frühjahr. Als Sauerstoffproduzentin leistet sie für uns alle einen lebenswichtigen Beitrag. Eine 100 Jahre alte Buche besitzt etwa 1 Million Blätter, mit denen sie unsere Atemluft pro Stunde um ca. 1,7 kg Sauerstoff anreichert.

 

Rotbuchen können, wenn man sie lässt, bis zu 400 Jahre alt werden. Erst mit etwa 200 Jahren beginnt die Rinde, Falten zu bilden. Erst dann wird sie interessant für Spechte, die sich an der Rinde vorher nicht festhalten können. Wir Otzberger haben Grund zur Freude, denn insbesondere der Schwarzspecht, dessen Vorkommen im Märkerwald gutachterlich bestätigt wurde, gilt heute als Zeiger naturnaher Wälder, in denen es noch Buchen gibt, die alt werden dürfen.

 

Rund 60 Tierarten sind als Nachnutzer auf die Höhlen des Schwarzspechtes angewiesen, darunter verschiedene Eulenarten, Baummarder, Wildbienen und Fledermäuse. Sie würden ohne ihn unsere Wälder nicht bzw. in sehr viel geringerer Dichte besiedeln. Viele dieser Nachnutzer sind in ihrem Bestand gefährdet, weshalb der Schwarzspecht zu den besonders schützenswerten Waldvögeln zählt. Die Rodung alter Buchen bedeutet einen Verlust von wertvollen Höhlenbäumen für den Schwarzspecht und seine Nachnutzer.

 

In unserem Märkerwald leben etliche Buchen, die zwischen 200 und 300 Jahren alt sind. Viele von ihnen werden fallen, wenn der Windanlagenbau im Herzen dieses schönen Waldes tatsächlich realisiert wird. Selbst mit einer Neupflanzung an anderer Stelle lässt sich hierfür kein echter Ausgleich schaffen, denn es würde vier Menschen-Generationen dauern, bis dieser erfüllt wäre. Bis dahin wäre es vielleicht zu spät.

 

Quellen: Susanne Fischer-Rizzi "Blätter von Bäumen", www.waldwissen.net, Foto: Tanja Keßler, NABU Otzberg


Der Rotmilan (Milvus Milvus)

Eleganter Segler, den es nach Otzberg zieht

In Deutschland brütet über die Hälfte des weltweiten Bestands an Rotmilanen. Deshalb hat unser Land eine globale Verantwortung für den auffälligen und schönen Greifvogel. Zunehmender Nahrungsmangel, fehlende alte Bäume zum Nestbau und Windräder gefährden den Bestand der im Volksmund oft als „Gabelweihe“ bezeichneten Art.

 

In vielen Regionen Deutschlands gehört der elegante, am gegabelten Schwanz und der roten Farbe leicht zu erkennende Segler längst nicht mehr zum alltäglichen Bild. Heute muss man gezielt nach dem Rotmilan suchen, wenn man ihn finden will. Und wo wird man fündig? In Otzberg auf jeden Fall!

 

Unsere Landschaft bietet dem Rotmilan genau die Vielfalt, der er zum Leben und zur Fortpflanzung braucht. Seinen Nachwuchs zieht er in hohen Bäumen störungsarmer Laub- und Mischwälder groß. Zur Beutejagd gleitet er stundenlang über die offene Flur auf der Suche nach Aas oder Kleinsäugern wie Mäusen. In Feldhecken findet er kleinere Vögel, die ebenfalls zu seinem Nahrungsspektrum gehören. Eine solche räumliche Vielfalt bieten vor allem die  bewaldeten Hügel hessischer Mittelgebirge, die von landwirtschaftlich genutzter Fläche umgeben sind.

 

Gleich mehrere Rotmilan-Paare haben sich in Otzberg niedergelassen, einige davon leben im Märkerwald. Im Reinheimer Hügelland, auf dem Breitenstein, zwischen Nieder-Klingen, Lengfeld und Habitzheim, zwischen Bundenmühle und Reinheim, auf dem Hering, direkt über unseren Köpfen... können wir sie den ganzen Sommer lang bei ihren Jagdflügen beobachten. Jetzt im November können wir uns an diese Bilder nur noch erinnern, denn sein Winterquartier schlägt der Rotmilan in Spanien auf.

 

Schon früh im neuen Jahr kehrt er wieder zurück. Ende Februar legen die Weibchen zwei bis drei Eier, fünf Wochen später schlüpfen die Jungen, die Anfang bis Mitte Juli flügge sind.

 

Mit ausgeräumten Fluren der Intensivlandwirtschaft, einem unkontrollierten Ausbau der Windkraft und der zunehmenden Störung am Horst durch Forstarbeiten ist die Jungenaufzucht mit vielen Problemen verknüpft.

So zählt der Rotmilan zu den häufigsten Kollisionsopfern an Windenergieanlagen. Für einen Rotmilan-freundlichen Ausbau der Windkraft in Hessen ist eine sorgsame Auswahl der Standorte extrem wichtig. Auch in Otzberg, der Heimat vieler Rotmilane.

 

Quelle: NABU, Foto: Undine Niebel


Die Bechsteinfledermaus (Myotis bechsteinii)

Ziemlich deutsche Fledermaus mit Hang zu ungestörter Natur

Ihren ungewöhnlichen Namen verdankt die Bechsteinfledermaus Johann Matthäus Bechstein, der sich bereits im frühen 19. Jahrhundert für den Fledermausschutz engagierte. Große Bekanntheit hat die Märkerwald-Bewohnerin bis heute nicht erlangt, doch was viel trauriger ist: Trotz Bechsteins Bemühungen steht seine Namensvetterin heute, 200 Jahre später, auf der Roten Liste des Landes Hessen mit dem Vermerk „stark gefährdet“.

 

Optimaler Lebensraum der Bechstein-Fledermaus ist ein strukturierter, naturnah bewirtschafteter Laubmischwald, und so findet sie auch im Märkerwald die für sie passende Umgebung.

 

Hier kann sie nachts, wenn es dunkel ist, zwischen Büschen, Bäumen und Blattwerk manövrieren und dabei nicht nur Fluginsekten erbeuten wie die meisten unserer heimischen Fledermausarten, sondern auch die auf Blättern und am Boden ruhenden Insekten absammeln. Die großen Ohren und das langhaarige Fell zwingen sie zu einem für Fledermäuse eher langsamen Flug, aber mit ihren kurzen, breiten Vorderflügeln ist sie doch eine geschickte Flugkünstlerin.

 

Die Bechsteinfledermaus kommt in Mitteleuropa verbreitet vor, jedoch nirgendwo häufig. Ihre Standorttreue zeichnet sie aus, nur schränkt die mangelnde Wanderfreude ihr Ausbreitungspotenzial erheblich ein.

 

Ihr Verbreitungsschwerpunkt liegt in Deutschland, und hier vor allem in Nordbayern, Baden-Württemberg und Hessen – also bei uns! Das bedeutet, wir Otzberger tragen nicht nur die nationale Verantwortung Deutschlands für den Schutz dieser im Verborgenen lebenden Fledermausart, sondern zusätzlich eine besondere regionale Verantwortung.

 

Dieser werden wir vor allem dann gerecht, wenn wir uns für den Erhalt und Ausbau naturnaher, reich strukturierter Laubwälder mit ausreichenden Schutzzonen einsetzen, sprich: für den Erhalt der Natur im Märkerwald!

 

Quellen: NABU/Wikipedia, Foto: Dietmar Nill


Der Wespenbussard (Pernis apivorus)

Selten gewordener Greifvogel mit einigen Besonderheiten

Er ist ein ganz besonderer Vogel, sieht auf den ersten Blick aus wie ein Mäusebussard, auf den zweiten auch noch, erst auf den dritten oder vierten Blick erkennt man die feinen Unterschiede: den gebänderten Stoß, die etwas längeren Flügel, die leicht variierende Zeichnung.

 

Was ist das Besondere an ihm? Seine Nahrung besteht vor allem aus der Brut bestimmter Wespenarten, er ist also hochspezialisiert. Gefundene Nester gräbt er mit den Krallen aus und transportiert sie stückweise mitsamt den Larven und Puppen zu seinem Nest, bis alle Waben ausgebeutet sind. Seine schlitzförmigen Nasenlöcher und das steife Kopfgefieder schützen ihn beim Graben vor Stichen.

 

Im Gegensatz zu seinem häufiger zu sehenden Verwandten, dem Mäusebussard, gibt er wenig Lautäußerungen von sich. Man könnte sagen, er ist auffallend still. Nur bei Balzflügen, Erregung oder Bedrohung ist sein Ruf zu hören, der etwa mit „bliüi-joid-joid“, „gliüü-hü-hü-hü-hü-ü“ oder „flieuw“ wiedergegeben werden kann.  

 

Der Wespenbussard bewohnt Landschaften, die zumindest teilweise bewaldet sind. Dabei bevorzugt er Waldbereiche, die durch Lichtungen oder abwechslungsreiche Ränder strukturiert sind oder die in der Nähe zu abwechslungsreichen Feuchtgebieten liegen. Den Winter verbringt er in Afrika. Erst spät kehrt er aus dem Winterquartier zurück nach Europa, sodass die Hauptsaison der Wespenbrut in die Zeit der Aufzucht seiner Jungen fällt.

 

Der Bestand des Wespenbussards in Deutschland ist in den letzten Jahren leider im Abwärtstrend. Auf der neuen Roten Liste der Brutvögel Deutschlands wird der Wespenbussard als "gefährdet" eingestuft. Die Gründe liegen zum einen an der Nutzungsintensivierung unserer Wälder, zum anderen spielt auch das große Insektensterben eine Rolle, das u. a. auf den Einsatz von Neonicotinoiden in der Landwirtschaft zurückgeführt wird. Nur wenn wir die Lebensräume von Wespen und Wespenbussarden respektieren und bewahren, wird es in Zukunft auch wieder mehr Vögel dieser Art geben. 

 

Quellen: NABU, Wikipedia/Foto: Tanja Keßler, NABU Otzberg